Weshalb gibt es überhaupt Versicherungen?

In Versicherungsfragen muss man oft auf Berater zurückgreifen.Diese Frage stellt sich jeder früher oder später bzw. irgendwann wird jeder mit dieser Frage konfrontiert.

Wir leben in einer monetär geregelten Welt. Das Wirtschaftssystem funktioniert ausschließlich mit Geld. Somit steht und fällt die Qualität unserer Existenz mit dem zur Verfügung stehenden Kapital. Eine Versicherung schützt vor den wirtschaftlichen, also das Kapital betreffenden Folgen nach Eintritt eines versicherten Ereignisses. Weiterhin werden in bestimmten Bereichen, wie Kapital- und Rentenversicherungen auch Sparvorgänge geregelt.

Das Ziel sollte sein, dass mich meine Versicherung finanziell so stellt, als ob das versicherte Ereignis nie eingetreten sei. Schon in den ersten Sätzen erkennt ihr, dass wir versuchen die Begriffe exakt zu setzen. Dies ist im Umgang mit Versicherungen von erheblicher Bedeutung. Das vielzitierte Kleingedruckte entscheidet letztendlich über Anspruch und Höhe einer Entschädigung.

Bei Versicherungen handelt sich um eine immaterielle Ware, die ausschließlich über Verträge, Gesetze, Klauseln und Bedingungen geregelt ist. Daher gehört das Studium dieser Regelwerke zur obersten Pflicht eines Versicherungsnehmers. Diese Pflicht kann ich nicht auf andere abwälzen. Entweder beauftrage ich einen unabhängigen, haftenden Berater oder ich mache mich mit großem Aufwand selbst schlau.

Teilweise werden Versicherungen auch vorgeschrieben bzw. sind Pflicht. Hierzu gehört beispielsweise die Kraftfahrzeughaftpflichtversicherung. Bevor ein Fahrzeug am Straßenverkehr teilnehmen darf muss der Halter, beim An- bzw. Ummelden seines Kraftfahrzeuges, einen bestehenden Versicherungsschutz nachweisen. Dies geschieht durch die Vorlage einer sog. Doppelkarte (Deckungskarte, Versicherungsbestätigungskarte) eines Versicherungsunternehmens beim zuständigen Zulassungsamt. Heutzutage werden diese Zusagen auf elektronischem Weg (EVB, Elektronische Versicherungsbestätigung) der Zulassungsstelle übermittelt. In diesem Beispiel schreibt der Gesetzgeber nicht nur die Pflicht einer Haftpflichtversicherung vor, sondern bestimmt auch die Mindesthöhe der Versicherungssummen und den Umfang (Sach- Personen und Vermögensschäden). Solche Vorschriften zur Pflichtversicherung gelten auch für bestimmte Selbständige, Feiberufler, Unternehmen und Arbeitgeber.

Eine weitere Säule der Versicherungen sind die sogenannten gesetzlichen Sozialversicherungen, die jeder Versicherungspflichtige bezahlen muss (Kranken-, Renten-, Pflege,- Arbeitslosenversicherung).

Dem steht eine ganze Armada „freiwilliger“ Versicherungen gegenüber.

Schlussendlich benötige ich Versicherungen zur Sicherung meiner finanziellen Existenz. Also stellt sich die Frage, welche Versicherung ich wirklich benötige und wo ich sie kaufen bzw. abschließen kann? Aus der Praxis kann man sagen, je geringer meine finanziellen Mittel umso mehr Versicherungen brauche ich. Allerdings richtet sich ein wesentliches Augenmerk natürlich auf die „Bezahlbarkeit“. So ist mir nur geholfen, wenn ich mir meine Versicherung auch leisten kann. Wie alle Ausgaben müssen auch die Versicherungsprämien in die Budgetplanung mit einbezogen werden.

Was ist eine Versicherung?

Das Prinzip einer Versicherung gleicht einem Rettungsschirm: Alle für einen.Der grundlegende Gedanke besteht darin, dass das Individuum nicht in der Lage ist sich selbst vor auftretenden Schäden zu sichern. Dieses Prinzip wird seit Jahrhunderten betrieben.

Was zunächst private Personen, Gilden und Zünfte anboten, wurde ab dem 17. Jahrhundert durch Versicherungsgesellschaften organisiert. Die Ursprünge liegen wohl in der Schifffahrt-, Transport- und der Brandversicherung.

Die Wahrscheinlichkeit des Schadenseintritts und durchschnittliche Höhe eines Schadens lässt sich mathematisch berechnen. Als Grundlage dienen hier die seit Jahrzehnten geführten Statistiken, die teilweise auf staatlichen, gewerblichen und / oder auf privaten Erhebungen beruhen. Was man allerdings nicht berechnen kann, ist Zeit, Ort, exakte Höhe und die Betroffenen eines Schadenereignisses. Wenn ich also diese Werte kenne, liegt der Gedanke nahe, dass sich eine Interessengemeinschaft bildet, um dem Betroffenem im Falle des Falles finanziellen Ausgleich zu gewähren.

Ein Beispiel:

Alle Hausbesitzer haben das Interesse, dass sie im Falle eine Brandes den Schaden am Haus ersetzt bekommen. Folglich bilden die Hausbesitzer eine Interessen- und Solidargemeinschaft. Sie versichern sich gegenseitig für den Schaden des Anderen einzutreten. Das dafür notwendige Kapital wird über eine „Prämie“ beschafft. Kurz und salopp: Einer für alle, alle für einen.

Daraus ergibt sich: Je größer die Solidargemeinschaft, desto geringer ist der Anteil des einzelnen am Schadensaufwand. Soweit die Theorie.

In der Praxis entwickelt sich die große Gemeinschaft in immer mehr Untergruppen. Der Nichtraucher will nicht mehr für den Raucher bezahlen. Der Schlanke nicht für den Dicken. Dass diese Entwicklung zu Lasten aller geht, wird man vielleicht irgendwann bemerken. Zurzeit ist das Zusammenhalten aber obsolet.

Selbstverständlich unterliegen Versicherungen auch gesetzlichen Regelungen. Diese unterscheiden sich je nach Versicherungsart. Allgemein liegen das BGB (bürgerliches Gesetzbuch), das HGB (Handelsgesetzbuch), das VVG (Versicherungsvertragsgesetz) und das Pflichtversicherungsgesetz (PflVG) mit den jeweiligen Nebengesetzen zugrunde. Hinzu kommen individuelle vertragliche Regelungen wie die AVB (Allgemeinen Versicherungsbedingungen) und besondere Versicherungsbedingungen (Sonder- bzw. Zusatzbedingungen, Klauseln, Individualvereinbarungen etc.).

Die unterschiedlichen Versicherungsarten sehen wir uns gesondert an.

 

Bild: David Castillo Dominici / FreeDigitalPhotos.net

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