EU verpflichtet zur Kontrolle des Reifendrucks

Ab November 2014 müssen Neufahrzeuge nach Vorgabe der EU mit einem System ausgerüstet sein, das den Reifendruck dauerhaft überwacht.

Die neue EU-Verordnung zur Reifendruckkontrolle soll das Fahren mit platten Reifen verhindernNachdem bereits 2012 Zahlen des ADAC und TÜV Süd besagten, dass über 15 Mio. Fahrzeuge (PKW und Wohnmobile) in Deutschland mit zu geringem Fülldruck unterwegs seien, hat die EU zum Schutze der Verkehrsteilnehmer reagiert. Laut der Europäischen Union erhöht die Regelung die Verkehrssicherheit, da Reifenschäden schon vor der Panne erkannt werden können. Optimal gefüllte Reifen senken den Spritverbrauch, dadurch den CO2-Ausstoß und halten auch länger. Sobald das System einen fallenden Luftdruck feststellt, wird der Fahrer aufgefordert den Luftdruck anzupassen.

Technik / Kosten

Was sich zunächst gut anhört, geht natürlich an den Geldbeutel.

Es gibt zwei Varianten, die sich preislich erheblich unterscheiden:

  • RDKS-Sensoren: Die Originalsensoren der Autohersteller sollen in einer Preisspanne von 30 bis 120 Euro pro Stück liegen. Frei programmierbare Sensoren von Drittanbietern werden wohl mit 40 bis 50 Euro günstiger. Der Bundesverband Reifenhandel (BVR) geht bei einem Wechsel von Sensor-Reifen, abgesehen vom höheren Reifenpreis, von einem Arbeitsmehraufwand gegenüber herkömmlichen Reifen von 18 bis 25 Minuten aus. Dies sind bei einem Stundenlohn von 60 Euro 18 bis 25 Euro zusätzliche Kosten.
  • Ständiger Vergleich der Raddrehzahlen über die ABS-Sensoren: Hier werden die Raddrehzahlen andauernd über die ABS-Sensoren verglichen. Eine höhere Rotation bedeutet verringerten Luftdruck. Bei dieser Variante steigen die Kosten für die Reifen nicht an, weil keine Sensoren notwendig sind.

Angeblich soll sich der mögliche Mehraufwand von mehreren hundert Euro rechnen, da sich die Kosten durch geringeren Spritverbrauch und Reifenverschleiß schnell amortisieren. Laut BVR lasse sich die Laufleistung von Reifen im Durchschnitt fast verdoppeln. Bereits 0,6 Bar Unterdruck im Reifen führten zu etwa vier Prozent höheren Kraftstoffverbrauch, der sich auch einsparen ließe. Den Autoherstellern bleibt es freigestellt, welche RDKS-Variante sie einsetzen.

Fazit:

Angesichts der Zahlen des TÜV und ADAC wundert die Reaktion der EU nicht. Es ist beschämend, dass der heutige Fahrzeugführer nicht in der Lage ist für diese Kleinigkeit selbst zu sorgen, zumal er seinen Geldbeutel entscheidend entlasten könnte. Vielleicht wäre es sinnvoller, aber auch günstiger die Fahrzeugführer mit den gängigsten Basics des technischen Sachverstandes für das Fahrzeug vertraut zu machen. In Anfängen gibt es derartige Lehrinhalte ja schon im Rahmen des Fahrtrainings in einer Fahrschule. Nachbesserung in diesem Bereich wäre eine weitere Möglichkeit die Missstände zu beheben.

 

Bild: Toa55 / FreeDigitalPhotos.net

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